eNature Point "Rund um das Saumoos"

Station: Hochmoor

Sie stehen hier mit herrlichem Blick auf den Zentralbereich des Hochmoores Saumoos. Ein Hochmoor ist ein ganz besonderer Lebensraum: Er wird nur noch aus Niederschlägen und durch aus der Luft eingetragene Mineralsalze versorgt. Daher herrscht eine extreme Nährstoffarmut, die gemeinsam mit einem niedrigen pH-Wert und permanenter Wassersättigung im Laufe der Evolution eine hochspezialisierte einzigartige Pflanzen- und Tierwelt mit einer Vielzahl gefährdeter Arten hervorgebracht hat. Diese Hungerkünstler haben spezielle Anpassungen und Strategien entwickelt, um überleben zu können.

2016 gelang im Saumoos ein ganz besonderer Fund: Eine vom Aussterben bedrohte Libellenart, die Große Moosjungfer (Leucorrhinia pectoralis), konnte erstmals nachgewiesen werden! Eigentlich kommt sie vor allem in den tieferen Lagen wie dem Flachgau vor. Den Schwerpunkt in Österreich bilden niedrig gelegene Gebiete im Burgenland, Wien und Niederösterreich.
Was den Lebensraum der Libelle angeht, haben es ihr Moorgebiete besonders angetan: Sie hält sich bevorzugt an besonnten Stillgewässern wie den aufgelassenen Torfstichen hier im Saumoos auf. Anfang Mai bis Mitte Juli sollten sie die Art entdecken können, aber es braucht eine gehörige Portion Glück dazu! Wenn man eine sieht, kann man sogar das Alter bestimmen: Junge Männchen haben typischer Weise eine Reihe gelber Flecken auf den Segmenten des Hinterleibs, die sich aber mit zunehmendem Alter ins Bräunliche verfärben. Typisch für junge Männchen ist die Reihe gelber Flecken auf den Segmenten des Hinterleibs, die sich mit zunehmendem Alter allerdings ins Braune verfärben. Eine Ausnahme bildet dabei jedoch der hinterste Fleck, der auch bei alten Tieren ein arttypisches, gelb leuchtendes „Schlusslicht“ darstellt. Die „stämmig“ wirkenden Weibchen haben dagegen große, dunkelgelbe Hinterleibsflecken.
 
Sehen Sie genau hin und lassen Sie sich begeistern von der kleinen und großen Welt im Ökosystem Hochmoor!