Wildbestäuber Seminare im Riedingtal – es war ein spannender Sommer!

 © B. Rems-Hildebrandt

Diesen Sommer fanden im neu angelegten Seminarzentrum im Naturpark Riedingtal / Lungau zum ersten Mal Kurse rund um das Thema Wildbestäuber statt.  
Von Anfang Juli bis Ende August 2017 konnten Wildbieneninteressenten aus einer breiten Palette an unterschiedlichen und kostenlose Seminaren zum Thema Wildbestäuber wählen. Das Angebot reichte von einem 2-Tages Wildbienen „Crash“-Kurs, über einen 5- tägigen Wildbestäuber Interaktivkurs mit eigenständigen Praxistagen, bis hin zu einem intensiven Wochenkurs. Gehalten wurden die Seminare von Wildbestäuberexperten aus ganz Österreich unter der Leitung von   Dr. Johann Neumayer.

2-Tages Kurs Riedingtal 16.8. & 17.8.17 - ein Rückblick

Regen Anklang fanden besonders die 2-Tageskurse und somit war es nicht weiter verwunderlich, dass zahlreiche Wissenshungrige den weiten und etwas abenteuerlichen Weg auf die Waschbergalm / Riedingtal für den Zeitraum von nur 48 Stunden auf sich nahmen. Viel zu groß war offenbar der Drang mehr über diese faszinierende Insektengruppe zu erfahren!
Oben auf der Hütte angekommen erwartete die Teilnehmer nicht nur ein sehr herzlicher Empfang durch die Kursleiter, auch konnten diese sofort erkennen, dass sie während des Seminars voll auf ihre Kosten kommen würden:  Neben zahlreicher Literatur zum Schmökern und Bestimmen, war auch ein eigener Raum mit 10 Binokularen für detaillierte Großaufnahmen eingerichtet und viele Kescher und Röhrchen standen für die Wildbienenjagd parat. Eine sehr nette Zugabe war außerdem, dass ein wärmender Holzofen in der Ecke der Hütte knisterte und eine heiße Tasse Kaffee bereits im Schulungsraum wartete.  Auf knapp 1800m kann es ja bekanntlich auch im Sommer etwas kühl werden. 
Der Kurs gestaltete sich von Beginn an sehr abwechslungsreich. Nach einem theoriereichen Vormittag mit viel spannenden Informationen, ging es am Nachmittag an die Praxis. Diese startete natürlich mit der Suche nach geeigneten Bestimmungsobjekten auf den umliegenden Wiesen. Nach ersten holprigen Versuchen die gefangenen Hummeln mit einem Bestimmungsschlüssel auf Artniveau zu bestimmen, stellten sich bald erste Erfolge ein und plötzlich konnte die Ackerhummel relativ rasch von der Bergwald- oder Höhenhummel unterschieden werden. Hier ist anzumerken, dass alle Insekten nach der erfolgreichen Bestimmung natürlich unversehrt wieder in ihre Freiheit entlassen wurden.  
Der 2. Seminartag gestaltete sich ähnlich dem Ersten, allerdings konnten die TeilnehmerInnen mit steigendem Wissen noch tiefer in die spannende Welt der Wildbestäuber eintauchen. Zu guter Letzt bildete ein kurzes Experiment  im Freien den Abschluss des Seminars und wurde mit einem Feedback der Teilnehmer abgerundet.

Im Zuge des INTERREG Projektes „Wild und kultiviert- regionale Vielfalt säen“ fanden im Sommer 2017 auch Wildbestäuberkurse im Naturpark Weissbach im Pinzgau statt. Auch dort wurde ein Schulungszentrum entsprechend umgebaut und es herrschte reges Interesse!  

Auch nächstes Jahr werden wieder Wildbestäuberseminare im Lungau und im Pinzgau angeboten – genauere Infos folgen!

Bild: © B. Rems-Hildebrandt