Kleines Juwel im Fokus regionaler Schutzmaßnahmen

© G. San Martin

In der Projektregion Biosphärenpark Lungau stellt sich eine schillernde „Persönlichkeit“ in den Mittelpunkt der Artenförderung:

Der Blauschillernde Feuerfalter (Lycaena helle) 

Diese kleine Tagfalterart gehört sicherlich zu den farbenprächtigsten Insekten der heimischen Fauna und kommt im Bundesland Salzburg nur noch im Lungau vor. Er bewohnt halboffene Feuchtgebiete und trägt seinen Namen wegen der auffällig, violett gefärbten Flügeloberseite der Männchen. Er lebt bevorzugt in der Nähe von Moorstandorten und ist stark an seine Raupenfutterpflanze, dem Schlangenknöterich gebunden. Der Blauschillernde Feuerfalter benötigt strukturreiche Lebensräume meist im Bereich schattiger, von Gehölzgruppen durchsetzen Waldlichtungen, aber auch feuchte Hänge oder versumpfte Senken. Die Flugzeit reicht in Österreich von Anfang Mai bis Ende Juni und heimische Populationen bilden nur eine Generation im Jahr. Männchen zeigen ein ausgeprägtes Revierverhalten und lassen sich gerne auf Ansitzwarten wie Mädesüßzweige an besonnten Stellen nieder. Der Blauschillernde Feuerfalter ist ein eifriger Blütenbesucher und nutz gerne verschiedene Pflanzenarten, wie Weißer Hahnenfuß, Baldrian, aber auch verschiedenste Wolfsmilchgewächse. Als einziger heimischer Feuerfalter überwintert er als Puppe, wobei die Verpuppung im Juli zumeist in der bodennahen Streuschicht stattfindet.
Die wesentliche Gefährdungsursache und hauptverantwortlich für das Verschwinden dieser Art ist einerseits die Zerstörung von Mooren durch Entwässerung und Trockenlegung, aber andererseits auch die Aufgabe extensiver Nutzungsformen. Eine wichtige Maßnahme zur Förderung dies Blauschillernden Feuerfalters ist daher die Offenhaltung seiner Lebensräume durch ein standortangepasstes Pflegeregime wie zB. eine Rotationsbrache. Durch das geringe Ausbreitungsvermögen dieser kleinen Falter im reinen Offenland ist aber auch eine Vernetzung einzelner Kolonien äußerst wichtig.
Schutzmaßnahmen sollten einerseits auf ein hohes Angebot an ungemähten Feuchtflächen mit großen Beständen der Raupenfutterpflanze und andererseits auf eine gute Verzahnung des Übergangsbereiches Wald- Wiese abzielen.

In der Region Lungau wurden zum Schutz des Blauschillernden Feuerfalters folgende Gebiete in das Natura 2000 Netzwerk integriert:

  • Althofener Moor
  • Mooshammer Moor
  • Steindorf am Moos
  • Lonka Mäander Süd

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