Das WiesenKönigReich- ein Kleinod im Salzburger Pinzgau

© A. Scharl

Am Südufer des Zeller Sees befindet sich inmitten einer prachtvollen Gebirgskulisse ein weitläufiges Moor- und Feuchtgebiet mit dem klingenden Namen „WiesenKönigReich“.
Der Name dieses Gebiets steht symbolisch für die enorme Vielfalt an gefährdeten Tier- und Pflanzenarten. Im international bedeutenden Vogelschutzgebiet findet man 87 Arten. Wenn man Glück hat, kann man hier noch einen echten, aber streng geschützten König bewundern, den Wachtelkönig.
 
Das Moorgebiet „Wiesenkönigreich“ ist Teil des das Natur- und Europaschutzgebietes Zeller See. Bereits im Jahr 1972 wurden 205 ha dieses Gebiets als Naturschutzgebiet ausgewiesen. 2014 wurde der nördliche Teil als Europaschutzgebiet nominiert und ist somit Teil des europäischen Netzwerks Natura 2000.
Der Schutzgebietsverbund des südlichen Zeller Sees weist eine Artenvielfalt auf, die typisch für Feuchtgebiete und Moorlandschaften ist. Dazu zählen viele Vogelarten, wie der europaweit bedrohte Wachtelkönig, die Schafstelze, der Kiebitz oder das Schwarzkehlchen. Auch verschiedenste Insektenarten, wie zB. die Sumpfschrecke findet hier einen optimalen Lebensraum. Bis zu 15.000 Amphibien queren alljährlich die Schutzanlage an der Thumersbacher Straße am Weg zu ihren Laichgebieten im Naturschutzgebiet. Die größte Artenvielfalt findet sich auf den seenahen Wiesen und anschließenden Streuwiesen. Der Erhalt dieser Wiesen und deren Artenreichtum wird durch eine extensive Nutzung gewährleistet. Traditionell werden die seenahen Wiesen vor dem Almauftrieb beweidet und im Herbst als Streumahd. gemäht
 
Im Rahmen der grenzüberschreitenden INTERREG-Projekts „Wild und Kultiviert“ dienen einige dieser artenreichen Feucht- und Streuwiesen auch als genetisches Reservoir für die Gewinnung von regionalem Wiesensaatgut und tragen somit zur Erhaltung der biologischen Vielfalt bei.
Das Naturjuwel des südlichen Zeller Sees zieht zahlreiche Naherholungssuchende und Gäste an. Um das Wissen und die Wertschätzung der Besucher für die Natur zu verbessern, finden ab Mai 2017 regelmäßig Führungen durch den Schutzgebietsbetreuer Andreas Scharl statt.

Weitere Informationen zum Schutzgebiet und zu den Exkursionsterminen

 

Bild: © A. Scharl