Bunte Blumenwiesen auch für höhere Lagen im Lungau

Ungedüngte Bergmähder – Refugien der Artenvielfalt in den Hochlagen © Heli Kammerer, grünes handwerk

Im Projekt wild & kultiviert haben wir schon bisher einige der schönsten und buntesten mageren Blumenwiesen im Lungau gesucht und gefunden. Sie dienen als Quelle für unser regionales Wiesensaatgut. Und so konnten auch bereits einige bisher artenarme Wiesenflächen in den tieferen Lagen des Bezirks nach Umbruch und Neueinsaat mit wild & kultiviert-Saatgut zu artenreichen Beständen aufgewertet werden.
Um Regionalität und Standortgerechtigkeit bei Wiesenneuanlagen optimal umzusetzen, haben wir uns dazu entschlossen, dass die Spender- und Empfängerflächen nicht weiter als 30 km bzw. 300 Höhenmeter voneinander entfernt liegen sollen. Daher war es nötig, auch für die höheren Lagen potenziell geeignete Ernteflächen zu finden.
Eine entsprechende Suche im Herbst 2018 erbrachte zehn solcher möglicher Spenderflächen, welche räumlich über den gesamten Lungau verteilt liegen und die sich in Seehöhen von 1.450 bis über 1.850 m befinden. Allen ist zu eigen, dass sie Flächen des ÖPUL-WF-Vertragsnaturschutzes sind und deren Bewirtschaftung in Form von Mahd durch entsprechende Vereinbarung gewährleistet ist. Es handelt sich dabei um ausgesprochen artenreiche Magerwiesen mit besonders reichhaltiger und typischer Flora. Auf einer steilen und stark buckeligen Mähwiese im obersten Murtal wurden auf einer Beobachtungsfläche von gerade 28 m² fast sechzig verschiedene Pflanzenarten gefunden.
Das mit unserem speziellen Erntegerät von diesen sogenannten Bergmähdern gewonnene Saatgut soll in Zukunft dazu eingesetzt werden, dass bei Infrastrukturprojekten der Hochlagen die Begrünung mit gebietseigenem, regionalem Saatgut erfolgen kann und so neue Trittsteine für die Erhaltung der Artenvielfalt auch in Berglagen geschaffen werden können.
 

Bild: Ungedüngte Bergmähder – Refugien der Artenvielfalt in den Hochlagen © Heli Kammerer, grünes handwerk